Ebenen der Kommunikation – Modell der vier Seiten (BAIUS)

Wie oft ist es schon passiert, dass man eine Aussage macht, aber diese zu einem riesigen Missverständnis führt. Das liegt daran, wie wir eine Aussage wahrnehmen. Das Kommunikationsmodell mit vier Ebenen von Friedemann Schulz von Thun, hilft uns dabei dieses Phänomen der Missverständnisse besser zu verstehen. Dabei wird eine Aussage von dem Sender immer mit „vier Schnäbeln“ getätigt und von dem Empfänger mit „vier Ohren“ aufgenommen.

Die erste Ebene, die wahrgenommen wird, ist die reine Sachebene: „Heute ist das Wetter gut.“ Diese Aussage kann aber auch in der Appellebene wahrgenommen werden, also z.B. eine Aufforderung an den Empfänger, raus zu gehen und etwas zu unternehmen. Eine weitere Ebene ist die Ebene des Beziehungshinweises, bei der mit Gestik und Mimik dargelegt wird, was der Sender von dem Empfänger hält. Also beispielsweise, dass er ein Stubenhocker ist. Die letzte Ebene ist die Ebene der Selbstkundgabe, bei der der Sender etwas von sich mitteilt, also bei diesem Beispiel, dass der Sender etwas unternehmen möchte.

Laut Friedemann Schulz von Thun können nun an jeder der vier Ebenen ein Missverständnis auftreten. So kann die sachliche Aussage: „Es ist grün!“ als Appell gewertet werden, der aussagt, dass der Fahrer oder die Fahrerin schneller fahren soll.

An diesem Modell kann man also gut erkennen, wie kompliziert Kommunikation ist.

Kommunikation authentisch verbessern nach Richard Thaler (BAIUS)

Jeder Mensch strebt danach, besser in allen Aspekten des Lebens zu werden. Kommunikation ist dabei eine Fähigkeit, die man immer verbessern kann. Daher hat der Nobelpreisträger Richard Thaler  ein Prinzip erfunden, womit man seine Kommunikation täglich verbessern kann. Das Prinzip beruht auf sogenannten „Nudges“. Ein Nudge ist sozusagen eine kleine Veränderung, die einen zu seinem kommunikativen Ziel hinführt, aber nicht zu viel Überwindung fordert. Eine kleine Veränderung wäre zum Beispiel 15% lauter zu sprechen, wenn das persönliche Ziel ist kommunikatives Selbstbewusstsein zu erlangen. Wenn man diesen Nudge konstant durchführt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, eine Änderung des kommunikativen Verhaltens zu erzielen. Denn sein Verhalten von heute auf morgen zu ändern, hat noch nie geklappt.

https://www.thessenvitz-unternehmensberatung.de/nudging-und-weise-interventionen-methoden-wirksamer-kommunikation/

Veränderung von Kommunikation durch Digitalisierung (BAIUS)

Fake-Seiten, Bots, Trolle und Algorithmen spielen heutzutage eine große Rolle bei unserer täglichen Informationsaufnahme, da sie verantwortlich für Fake News sein können. Diese absichtlich verbreiteten manipulativen, falschen Nachrichten/Falschmeldungen können schwerwiegende Folgen haben. Mindestens 23 Menschen starben im letzten Jahr in Indien durch ein Gerücht in einer WhatsApp Nachricht. Und seit dem Wahlsieg von Trump sind Fake News und Meinungsbots auch kein unbekanntes Thema für die Politik mehr. Deshalb müssen sich Politiker und IT-Spezialisten Maßnahmen überlegen, mit dessen Hilfe man derartige Vorfälle vermeiden kann. Eine Möglichkeit wäre, die Algorithmen, die Bots und Fake-Accounts auf den sozialen Plattformen rausfiltern sollen, zu optimieren. Somit kann gewährleistet werden, dass keine Meinungen und Gerüchte auf den sozialen Medien gestreut werden können. 

Werbung und Massenpsycholgie (BAIUS)

Gustav Le Bons Modell „Psychologie der Massen“ BAIUS

Gustav Le Bons Modell „Psychologie der Massen“, das er 1895 in seinem gleichnamigen Werk genauer erläutert, behandelt ein Prinzip, dass bis heute besteht. Es besagt, dass sich ein Mensch gewissen Gruppen zugehörig fühlen kann. Diese Gruppen sind zum Beispiel die Gruppe der Menschen, Schüler, HSV-Fans, etc. In diesen Gruppen verhält sich jemand anders, als er sich ganz alleine privat verhalten würde. Das Verhalten in besagten Gruppen ist manchmal deutlich irrationaler als normal. Das kann man gut am Beispiel von Fußball-Fans erkennen, welche sich oft einfach in eine Prügelei stürzen. Der Grund dafür ist einfach, dass der andere ein anderes Team unterstützt und man sich selbst so sehr mit seinem Verein bzw. mit seiner Gruppe identifiziert, dass man einfach keine andere Wahl hat, als sich mit der anderen Person auseinanderzusetzen. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine gesellschaftliche Gruppe, der man sich zugehörig fühlt, die menschliche Logik außer Kraft setzen und Menschen tief im Inneren bewegen kann. Deshalb zählten zu Le Bons Bewunderern auch bekannte Persönlichkeiten, wie Siegmund Freud und Adolf Hitler.

Watzlawick (BAIUS)

Die 5 Axiome der Kommunikation nach Paul Watzlawick

Die 5 Axiome der Kommunikation nach Paul Watzlawick stellen einen der wichtigsten Grundpfeiler der menschlichen Kommunikation dar und helfen uns, diese besser zu verstehen. Um das Thema besser nachvollziehen zu können, muss man kurz erklären, was ein Axiom ist. Ein Axiom ist einfach gesagt ein Grundsatz zu einem bestimmten Thema, der festgelegt ist. Das wichtigste Axiom, das Watzlawick erläutert, ist: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Dies ist wahrscheinlich das bekannteste Axiom und sagt im Prinzip aus, dass selbst wenn ich nichts sage, ich dennoch mit beispielsweise meiner Körpersprache etwas ausdrücke. Er beruft sich bei diesem Grundsatz darauf, dass Kommunikation Verhalten ist und somit Verhalten auch Kommunikation . Ein weiterer Aspekt, den Watzlawick benutzt ist, dass Kommunikation immer aus einem Inhaltsaspekt und einem Beziehungsaspekt besteht. Dies bedeutet, dass eine Aussage, wie z.B.: „Die Musik ist echt laut.“ erstmal in der inhaltlichen Ebene aufgegriffen werden kann, dass die Musik sehr laut ist. Aber auf der Beziehungsebene durch verschiedene Betonung heißen kann, dass man die Musik leiser machen soll. Diese zwei Axiome aus der Arbeit von Paul Watzlawick zum Thema Kommunikation erklären die menschliche Kommunikation sehr effektiv und wer mehr wissen will, sollte das Buch „Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien“ lesen in dem Watzlawick weiter auf das Thema eingeht.

Konstruktivismus (BAIUS)

Konstruktivistisches Kommunikationsmodell vereinfacht

Angenommen, ich habe ein Wesen gesehen. Ein Wesen, das ich in meiner Vorstellungskraft nie erschaffen könnte. Von diesem Erlebnis erzähle ich nun meinem besten Freund. Mein Freund ist interessiert und will mehr erfahren. Also fange ich an, ihm das Wesen zu beschreiben. Ich kann natürlich das Monster nicht bis ins kleinste Detail beschreiben, da dieses sonst den Rahmen sprengen würde, deshalb fange ich an, die Hauptmerkmale zu beschreiben: „Das Wesen hatte scharfe Zähne, war groß und pelzig. Außerdem hatte es große Hörner auf dem Kopf…“ Anhand dieser Angaben ist es aber wahrscheinlich, dass sich verschiedene Bilder bzw. Konstrukte im Kopf meines Freundes bilden, die von meinem eigentlichen Bild abweichen. Denn jeder Mensch hat im Gehirn eine Datenbank, in der alle Dinge, die einem persönlich bekannt sind, abgespeichert sind. Bekommt man nun eine neue Beschreibung, bildet der visuelle Teil unseres Gehirns ein Bild anhand aller Informationen und Eindrücke, die wir schon abgespeichert haben und es entsteht eine Konstruktion anhand der vorherigen Kommunikation.

BAIUS

Kommunikation

Spekulationen und Gerüchte gab es schon immer, doch sie zu verbreiten, ist durch Soziale Medien viel einfacher geworden. Es entstehen verzerrte Wahrnehmungen der Realität und ganze Gesellschaften können durch wenige Klicks fast beliebig manipuliert werden. Es heißt also wachsam sein und Abschied nehmen von der Utopie einer globalen elektronischen Demokratie. Wir müssen den elektronischen Populismus und seine postfaktische Propaganda verstehen, um nicht zum willenlosen Opfer seiner manipulativen Kraft zu werden.