Werbung und Massenpsychologie (BRION)

>>Bundeswehrbung<<

Wie klug ist es eine Werbekampange zu starten, die darauf aus ist, Minderjährige als Nachwuchs für den Bund zu erreichen, indem diese durch Gewalt und dem Vergleich zum Killer Spiel angelockt werden?

Als am 1. Juni 2011 die Wehrpflicht in Deutschland abgeschafft wurde, fehlte es dem Bund natürlich schlagartig an Nachwuchs. Ist ja logisch: wenn man nicht gerade eine großartige Offizierskarriere  anstrebt, gibt es nicht für jeden ausreichend Gründe, seinen Kopf wortwörtlich für das eigene Land hinzuhallten. Und da kommt die erstaunliche PR der Bundeswehr ins Spiel. Die hat sich nämlich überlegt, dass es schlau wäre einen YouTube-Kanal über die Ausbildung der Bundeswehr zu machen. Ist ja logisch, weil wenn Spiele wie „Battlefield“ oder „Call of Duty“ ab 18 sind, dann sollten die dreizehnjährigen Kinder auf jeden Fall den „echten Krieg“ auf YouTube sehen können…

Aber davon mal abgesehen, kennt doch jeder diese total ansprechenden Werbeplakate überall in den Städten. Und ich sag euch, diese Werbesprüche wirken beinahe magisch auf Jugendliche. Ich meine, wer wird bei dem Spruch „Multiplayer at its best“ nicht weich? Weil, wie wir alle wissen, ist Krieg ja nur ein Spiel und wenn man stirbt, kann man einfach neu „spawnen“ oder wenn es mal gerade nicht passt, weil Mutti essen gekocht hat, dann drückt man kurz auf Pause oder? Es gibt seit Jahren Studien gegen Killerspiele, aber die Bundeswehr darf diesen „wahren Krieg“ ohne Bedenken des Staates an Kinder und Jugendliche bringen? Begriffe wie „Bundeswehr Challenge“ oder „#Führen“ sollen wohl besonders gut ankommen. Tatsächlich versucht der Bund seinen Nachwuchs nur mit dem Gedanken an Krieg zu locken, weil Kinder und Jugendliche ja so auf „Ballerspiele“ und Töten stehen. 

Zwar ist unsere Bundeswehr natürlich in erster Linie zum Schutz unseres Landes da, aber ist das die richtige Methode die Funktionen und Werte der Bundeswehr an den Mann zu bringen oder gibt es nicht doch bessere Methoden?

Watzlawick (BRION)

Paul Watzlawick, Psychotherapeut, Kommunikationswissenschaftler und Autor, ist bekannt für seine Kommunikationstheorien. Er behauptet, dass der Mensch immer kommuniziert, selbst wenn er nicht kommuniziert: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ 

Und tatsächlich hat er damit ja auch irgendwie recht! Jeder von uns hat es schon mal erlebt: man unterhält sich mit einer Person, bis man dann was „Falsches“ sagt. Doch statt darauf zu reagieren, hält es die andere Person für schlauer, einfach nicht darauf einzugehen.  Aber keine Reaktion ist auch eine Reaktion.  Wenn man sich nicht auf der inhaltlichen Ebene äußern möchte, dann ist es auch clever zu schweigen, aber der Beziehungsaspekt bzw. die emotionale Bedeutung dieses Verhaltens ist auch Kommunikation, welche vom Gesprächspartner trotzdem wahrgenommen wird.

Inwiefern das wichtig für den Menschen ist, ist ja logisch. Der Mensch ist ein Rudeltier und sollte aus dem Verhalten Anderer auch eigene Schlüsse ziehen können. Den sowohl inhaltlichen, als auch emotionalen Aspekt der Kommunikation zu beachten und zu erkennen, kann im Zusammenleben von Menschen entscheidend sein. 

BRION

Kommunikation

Spekulationen und Gerüchte gab es schon immer, doch sie zu verbreiten, ist durch Soziale Medien viel einfacher geworden. Es entstehen verzerrte Wahrnehmungen der Realität und ganze Gesellschaften können durch wenige Klicks fast beliebig manipuliert werden. Es heißt also wachsam sein und Abschied nehmen von der Utopie einer globalen elektronischen Demokratie. Wir müssen den elektronischen Populismus und seine postfaktische Propaganda verstehen, um nicht zum willenlosen Opfer seiner manipulativen Kraft zu werden.