Watzlawick (GOTIN)

Paul Watzlawick, ein Kommunikationsforscher der Moderne, ist berühmt für seine 5 Kommunikationsaxiome. Besonders hervorzuheben ist dabei seine erste Theorie, die besagt, dass es nicht möglich sei, nicht zu kommunizieren. Diese Theorie ist täglich beobachtbar, da Schweigen, Emotionslosigkeit oder ein Überschuss jener auch potente Informationsträger sind, welche häufig sogar deutlich mehr aussagen als wörtliche Kommunikation. Dieses Axiom kann man mit Schulz von Thuns Kommunikationsquadrat vergleichen, denn auch dieses besagt, dass eine Nachricht nicht nur aus Inhalt, sondern auch aus 3 weiteren mitschwingenden Botschaften besteht: Sachinformation, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell. Diese beiden Kommunikationsforscher stimmen also darin überein, dass nicht nur Inhalt, sondern auch Art und Weise der Botschaft von Bedeutung sind. Meiner Meinung nach vergessen sie allerdings beide, dass auch die unmittelbare Situation der Kommunikation von Bedeutung ist, da der Kontext einer Nachricht ihre Bedeutung stark beeinflusst.

Werbung und Massenpsychologie (GOTIN)

Coca Cola ist der größte Softdrinkhersteller aller Zeiten und eines der most-recognized- Brands der Welt. Dies liegt zum einen am Produkt selber, ist aber auch Folge einer überaus erfolgreichen Marketingstrategie. Coca Cola hat es geschafft, den Geschmack der Getränke mit einem bestimmten Gefühl von Spaß und Freizeit zu verbinden. Diese Art der Werbung wird Lifestyle-Werbung genannt, da nicht das Produkt selber beworben wird, sondern damit verbundene Momente im Leben. Begonnen hatte damit Philip Morris mit der Zigarettenmarke „Marlboro“, indem ein männlicher Archetyp erschaffen wurde. In der Folge entwickelte sich Marlboro von 2% Marktanteil zum alleinigen Marktführer, beweisend, dass Lifestylemarketing die effektivste aller Werbeformen ist. Die Fähigkeit einer Kampagne, ein Gefühl an ein Produkt zu knüpfen ist das Erfolgsgeheimnis der meisten großen Brands heutzutage, etwa BMW, Nike oder Apple.

Konstruktivismus (GOTIN)

Person 1 ​​​​​​​​​​          Person 2

Hey

Hi 

U mad?

Why? Why would I be mad?

Don’t know. Your hi sounded like you were angry

Diese eigentlich normale, doch dann irreführende Konversation auf WhatsApp ist ein interessantes Beispiel für den Konstruktivismus, zeigt es doch, dass Inhalt und Aussage nicht notwendigerweise zusammengehören und dass Botschaften beim Empfänger eventuell gänzlich anders ankommen, als vom Sender beabsichtigt. Heutige Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn WhatApp entfernt alle zusätzlichen Informationsträger wie Gestik, Mimik und Tonfall von einer Nachricht, wodurch vieles vom Empfänger verändert wahrgenommen werden kann, was in manchen Fällen zu erstaunlichen Fehlinterpretationen führt; Person 1 kann davon berichten. Zudem ist Kommunikation heutzutage auch nicht mehr an Ort oder Zeit gebunden, man sollte meinen, das mache alles einfacher, doch, wie das Beispiel zeigt, scheint selbst der simpelste Inhalt fähig, große Komplexität auszulösen.

WhatsApp sollte als Kommunikationsmedium erlaubt sein! (GOTIN)

Neulich erregte die Nachricht, dass WhatsApp an Hamburger Schulen verboten wurde, Aufmerksamkeit. Diese Entscheidung der Schulbehörde schränkte die Möglichkeit der Lehrer, ihre Schüler über diesen Messenger zu erreichen ein, da es Unsicherheiten über Datenschutz und Integrität der Plattform gab. Viele Eltern und Politiker hatten Bedenken gezeigt, dass WhatsApp Daten aus den Chats mitlesen könnte und damit sensibel in den Alltag der Schüler, von denen viele laut AGB zu jung für WhatsApp sind, eingriffe.

Diese Entscheidung ist, meiner Meinung nach, falsch. WhatsApp bietet eine einmalige Gelegenheit, alle Schüler, denn so verbreitet ist WhatsApp, zu erreichen. Alle anderen Kommunikationsmittel , Zum Beispiel Mail, sind entweder nicht so weit verbreitet oder werden nicht aktiv jeden Tag überprüft. Damit ist WhatsApp die mit Abstand zuverlässigste Art, Schüler zu erreichen und wichtige Nachrichten zu teilen. Auch in Situationen, in der die Nachricht die Schüler kurzfristig erreichen muss und um wichtige Nachrichten zu teilen. Auch in Situationen, in der die Nachricht die Schüler kurzfristig erreichen muss, ist WhatsApp die beste Methode.

Durch die auf WhatsApp aktive Ende zu Ende Verschlüsselung kann der Inhalt der Nachricht nicht mitgelesen werden, weder durch WhatsApp selber noch durch Drittanbieter. Es werden allerdings Metadaten über die Nachricht selber gesammelt, so etwa Zeitpunkt und Größe der Nachricht. Es besteht also durchaus ein Datenschutzrisiko, doch kein neues, wenn WhatsApp auch schon außerschulisch genutzt wird. Diese Daten werden dann nur zu den bereits bestehenden, durch private Chats entstandenen, hinzugefügt. Dies ist zwar nicht ganz unproblematisch, doch solange niemand durch die Schule dazu gezwungen wird, WhatsApp zu installieren, macht es keinen wesentlichen Unterschied, ob der Messenger im Schulbereich genutzt wird, da Integrität und Authentizität der Nachrichten immer noch gewahrt sind. Daher sollte die Verwendung von WhatsApp in der Schule erlaubt sein.

Kommunikation (GOTIN)

Spekulationen und Gerüchte gab es schon immer, doch sie zu verbreiten, ist durch Soziale Medien viel einfacher geworden. Es entstehen verzerrte Wahrnehmungen der Realität und ganze Gesellschaften können durch wenige Klicks fast beliebig manipuliert werden. Es heißt also wachsam sein und Abschied nehmen von der Utopie einer globalen elektronischen Demokratie. Wir müssen den elektronischen Populismus und seine postfaktische Propaganda verstehen, um nicht zum willenlosen Opfer seiner manipulativen Kraft zu werden.