Kommunikation: heute gegen gestern /2 (WATIN)

Dieses Mal werde ich insbesondere auf den Informationsdruck und die ständige Erreichbarkeit konzentrieren.

Was heute kein Problem mehr darstellt war vor einigen Jahren nicht denkbar; jedenfalls nicht so. Zum Beispiel konnte man nicht einfach immer jeden anrufen, eine meiner Meinung nach gute Sache, da auch einfach nicht davon ausgegangen wurde und werden konnte, dass man immer erreichbar ist, ganz im Gegensatz zu heute. Beinahe jeder Besitzt ein Smartphone, welches immer und überall dabei ist; schließlich will man ja erreichbar sein und auf dem neusten Stand bleiben. Ein Anruf kostet fast nichts mehr, eine Message noch weniger. 

Aber immer erreichbar zu sein hat seinen Preis! Ständiger Stress, ja nichts zu verpassen oder immer direkt auf alles antworten zu müssen kann extrem anstrengend sein. Insbesondere daher, da man es auch nicht riskieren möchte, dass etwas passiert ohne davon Notiz genommen zu haben um ja keinen Nachteil Anderen gegenüber zu haben. Im Minutentakt gibt es von irgendwo her eine, für einen selber eigentlich völlig unbedeutende Nachricht, welche man dennoch aufnehmen will, für den Fall, dass doch etwas halbwegs Interessantes dahinter steckt oder sich irgendein neuer Trend daraus entwickelt.

Meiner Meinung nach sind all diese Informationen schön und gut, doch sollte man nicht allem wie wild nachrennen. Ich persönlich habe dafür eh keine Zeit für.

Kommunikation: heute gegen gestern /1 – Briefe (WATIN)

Wir alle kennen sie noch, Briefe von Freunden und Verwandten; doch wie lange wird das noch so bleiben?

Schon heute werden kaum noch Briefe geschrieben, mit Ausnahme von Weihnachts- und Geburtstagswünschen oder zu anderen besonderen Anlässe. Überlegen sie mal; wann haben Sie das letzte Mal ohne Anlass einen Brief bekommen, Briefe von der Bank zählen dabei leider nicht! Mich hat mein Ergebnis etwas erschreckt, den letzten Brief gab es für mich vor Rund einem Jahr, als ein guter Freund wegzog und vorher sein Smartphone verlor. Entsprechen kurz dauerte der Briefverkehr dann auch, eine Woche um genau zu sein (zwei Briefe), bis er sein neues Handy hatte.

Insgesamt verschwinden Briefe immer mehr, verdrängt von „Sozialen Medien“; Eine Entwicklung, welche Einige erschreckt und beunruhigt, die Masse interessiert dies allerdings nicht, für sie zählt nur eine schnelle, einfache Kommunikation. Für sie ist das Persönliche in Kommunikation unwichtig geworden. 

Veränderung der Kommunikation durch Digitalisierung (WATIN)

2016 hörten die meisten von uns das erste Mal den Begriff „Fake News“. Gerade in Verbindung zu Donald Trump und seiner Wahl Kampagne gab es plötzlich am laufenden Band Nachrichten von angeblichen „Fake News“, welche vor allem negative Dinge von oder über Trump beinhalteten. Der Ein oder Andere muss zugeben, dass das etwas verdächtig wirkt.

Heutzutage kann jeder im Internet schreiben und verbreiten was er will, zumeist ohne qualitative Kontrolle. Sollte diese dann doch irgendwann mal erfolgen, bringt es häufig auch nichts mehr, da die falschen Informationen bereits verbreitet wurden. Auch sogenannte „Botnets“, Programme,welche vorprogrammierte Nachrichten in äußerst hohen Mengen verbreiten und so die Meinung vieler beeinflussen können, sind eine große Gefahr für qualitativ hochwertige Informationen. Aber ohne Internet kommen die meisten Menschen heute einfach nicht mehr aus, weshalb es umso wichtiger ist, nicht alles zu glauben, was man auf irgendwelchen Plattformen liest, dasselbe gilt für Profile von anderen Menschen, da viele sich im Internet nur so darstellen, wie sie gerne wären.

Werbung und Massenpsychologie (WATIN)

Wir alle haben etwas in der Art schon mal erlebt:

Plötzlich kommt ein Trend auf, von dem keiner so richtig weiß, woher er eigentlich kommt, doch viele fügen sich. Meistens ist selbiger nach einigen Wochen durch einen anderen Trend ersetzt und nach kurzer Zeit ist er völlig vergessen.

Aber wer beeinflusst eigentlich, was „cool“ ist? Wieso ist das, was ich für cool halte für andere völlig uncool?

Ganz einfach:

Wie Gustave Le Bon in seiner ersten Erkenntnis feststellte ist es nicht wichtig, ob deine Ideen logisch sind oder deinem Geschmack entsprechen, sie müssen nur das Weltbild der Massen wiedergeben. Wenn du also gerade an einer auch nur etwas anderen Zeit interessiert bist und etwas davon in deine Kleidung mit einfließen lässt, triff dies nicht mehr den Zeitgeist der Massen und wird so als uncool angesehen.

Watzlawick (WATIN)

Zuerst muss man meiner Meinung nach den Begriff „Axiom“ klären:

Ein Axiom bezeichnet einen Grundsatz, welcher so unumgänglich und natürlich ist, dass er keines Beweises bedarf.

Paul Watzlawick stellte fünf dieser Axiome in Bezug auf die Menschliche Kommunikation auf:

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren.
  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalt und einen Beziehungsaspekt.
  3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung.
  4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.
  5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.

Ich stimme Watzlawicks Grundsätzen vollkommen zu, besonders in Bezug auf das erste Axiom, da egal was ein Mensch tut, er hat immer eine Wirkung auf Andere, welche sein Verhalten in bestimmter Weise auffassen, und zwar allein dadurch, dass er etwas tut. Ich halte seine Theorien durchaus für interessant, und denke, dass sich jeder zumindest kurz mit ihnen befassen sollte.


Konstruktivismus (WATIN)

Hat sich nicht jeder von uns schon mal gefragt, was wäre,wenn wir die Welt „falsch“ wahrnehmen?

Wenn das, was ich als Tisch wahrnehme mir nur als solcher vorgegaukelt wird?

Wenn alles, was wir als Individuum kennen, wissen und wertschätzen nur eine Interpretation unseres Gehirns wäre, eine Art verzerrtes Spiegelbild der „Wahrheit“.

Mit dieser Frage beschäftigt sich „der“ Konstruktivismus. Es gibt nicht den einen Konstruktivismus, einen fest auf etwas festgelegten Konstruktivismus, im Gegenteil, es gibt verschiedene Arten des Selbigen, so zum Beispiel den radikalen Konstruktivismus, den interaktionistischen Konstruktivismus und so weiter und so fort. Insgesamt kann man aber, wenn auch etwas ungenau, zusammenfassen: der Konstruktivismus nimmt Abschied von der absoluten Wirklichkeit. Je nach Bereich variieren die weiterführenden Gedanken, dieser Grundbaustein bleibt allerdings gleich.

Um diese Unterschiede einmal klar zu machen möchte ich kurz auf den Konstruktivismus in der Lernpsychologie und, im Vergleich, auf den radikalen Konstruktivismus eingehen.

Die Definition im genaueren Bezug auf die Lernpsychologie lautet so: „In der Theorie des Konstruktivismus ist Lernen ein aktiver Konstruktionsprozess, in dem jeder Lernende eine individuelle Repräsentation der Welt erschafft. Was genau ein Lernender lernt, hängt stark von seinem Vorwissen und der konkreten Lernsituation ab.“ Oder, um Galilei zu zitieren:„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“

Doch was genau heißt das eigentlich im Kontext?

„Im Kontext von Lerntheorien bedeutet das, dass Wissen nicht von einer Person auf eine andere Person übertragen werden kann, sondern von jedem Menschen neu konstruiert wird. Wenn z.B. eine Lehrperson einem Schüler etwas erklärt, speichert der Schüler die Informationen nicht einfach ab, sondern konstruiert sich anhand der aufgenommenen Informationen sein persönliches, individuelles Abbild der Realität – abhängig von seinem Vorwissen, seinen Einstellungen und der aktuellen Lernsituation. Demzufolge ist Lernen kein passives Speichern, sondern ein aktives Konstruieren von Wissen.“(vgl. http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/konstruktivismus)

Ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht und mir ist folgendes aufgefallen:

Eigentlich kann man jedes Unterrichtsfach mit Ausnahme der Mathematik hinterfragen, da es laut dem Konstruktivismus nicht als „sicheres Wissen“ gilt. So besteht ja die Möglichkeit, dass es keinen „Gott“ an sich gibt, sondern unser Gehirn bloß die „Wahrheit“ in den Glauben an einen solchen umformt, ein Prozess, welcher von der jeweiligen Erziehung entweder unterstützt oder unterbrochen wird. Nehmen wir also an, dass ein Individuum in der „realen Welt“ ein „Wunder“ mit ansieht. Mit dem Unterschied, dass dieses Wunder nur für seinen Verstand als solches gilt, nicht notwendigerweise jedoch für die „reale Wirklichkeit“. So kann dieses „Wunder“ etwas völlig Normales sein, nur dass wir es nicht als solches Begreifen können.

Zu Anfang habe ich die Mathematik aus diesem Beispiel entnommen, mit folgendem Grund:

Die Mathematik ist ein fest definiertes, von Menschen als solches erdachte Konstrukt, basierend auf reiner Logik, nicht wie alles andere auf äußeren Einflüssen. Als solches muss Mathematik nun immer, überall wahr sein, egal ob in unserer Wahrnehmung der Welt oder der „realen Welt“.

Aber genug davon. Gehen wir über zu den Ideen des radikalen Konstruktivismus.

Zu Anfang muss klar sein, dass der radikale Konstruktivismus KEINE Lerntheorie ist, da selbiger oftmals fälschlicherweise als solche bezeichnet wird. Der radikale Konstruktivismus ist nämlich an sich eine Erkenntnistheorie und beschäftigt sich als solche nicht damit, wie wir Wissen vom Einen zum Anderen übertragen und in uns verfestigen sondern mit der Idee einer Welt und damit, wie ein Individuum diese Welt erkennen kann wie sie ist, oder besser NICHT so wie sie ist, sondern so wie das Individuum es kann. Vereinfacht geht es um das Erkennen von Zusammenhängen, von logischen Beziehungen und der„Wahrheit“.

Um den Unterschied einmal in einem Beispiel zu verdeutlichen:

Stellen Sie sich einen Philosophen vor. Selbiger denkt überein Thema nach, vermutlich darüber wie die Welt entstanden ist, währen er auf einem Felsen oder Berg sitzt und dafür von den Bewohnern des nahen Dorfes für verrückt erklärt wird. Jedenfalls denkt er über diese Frage nach, er benutzt Logik um sich das Problem zu erklären und lernt nichts, nicht in diesem Moment und genau das ist der Unterschied, die Benutzung von Logik anstatt das Lernen eines Sachverhalts.

Zum Abschluss möchte ich einmal auf Schwächen in Wissenschaften eingehen, welche durch den Konstruktivismus als ungenau oder falsch „entlarvt“ werden.

Nehmen wir hierzu das vom Physiker Werner Schrödinger aufgestellte Gedankenexperiment, welches als „Schrödingers Katze“ Berühmtheit erlangte.

Nehmen wir an, wir setzen eine Katze in eine luftdichte Kiste und verschließen dies so, dass niemand von außen hineinsehen kann. Ist die Katze dann lebendig oder tot? Unser Versand sagt uns, dass die Katze tot ist, doch Schrödinger fügte etwas hinzu. Die Katze ist weder lebendig noch tot,solange niemand die Kiste öffnet und hineinsieht.

Dieses Problem gibt es in vielen Wissenschaften, sie beruhen auf Dingen, welche ein Beobachter sehen muss, und damit davon, was dieser sehen kann oder will. Selbiges macht sie also ungenau.

Denken sie darüber nach.

WATIN

Kommunikation

Spekulationen und Gerüchte gab es schon immer, doch sie zu verbreiten, ist durch Soziale Medien viel einfacher geworden. Es entstehen verzerrte Wahrnehmungen der Realität und ganze Gesellschaften können durch wenige Klicks fast beliebig manipuliert werden. Es heißt also wachsam sein und Abschied nehmen von der Utopie einer globalen elektronischen Demokratie. Wir müssen den elektronischen Populismus und seine postfaktische Propaganda verstehen, um nicht zum willenlosen Opfer seiner manipulativen Kraft zu werden.